Aus der Nische in die Masse: Nachhaltige Mode wird immer wichtiger und ist die Zukunft der Fashion-Industrie. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, auf welche Gütesiegel du achten solltest und wie du dein eigenes Shopping-Verhalten nachhaltig gestalten kannst, erfährst du in diesem Artikel.

„Kauft weniger, sucht es sorgfältig aus, lasst es beständig sein.“

Vivienne Westwood

Was ist nachhaltige Mode?

Nachhaltige Mode – auch Fair Fashion, Eco Fashion, Sustainable Fashion, Slow Fashion, grüne Mode, Bio-Mode oder Öko-Mode genannt – bezeichnet Bekleidung und Accessoires, bei deren Produktion weder Mensch noch Umwelt zu schaden kommen. Dabei sind folgende Kriterien besonders wichtig:

  • nachhaltige Materialien (bio, recycelt, …)
  • umweltfreundliche Produktion (niedriger Ressourcenverbrauch, kein Einsatz giftiger Chemikalien).
  • Faire Arbeitsbedingungen wie z.B. angemessene Arbeitszeiten, faire Löhne, Arbeitsschutz, keine Kinder-/ Zwangsarbeit, soziale Absicherungen.

Zusätzlich gibt es noch Variablen wie kurze Lieferwege, Unterstützung sozialer Projekte, Less-Waste-Verpackung, Abbaubarkeit der Kleidungsstücke, vegane Materialien etc.

Warum nachhaltige Mode?

Irgendwerdwer bezahlt immer. Bei extrem günstiger Mode sind es oft die Menschen in der Produktionskette – und die Umwelt. 1,2 Billionen Tonnen CO2 setzt die Fast-Fashion-Industrie um, mehr als der gesamte Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Das ist erschreckend, bietet aber auch eine lohnende Perspektive für individuellen Einsatz: denn wenn wir alle in Sachen Konsum kürzertreten und dafür weniger und mehr nachhaltige Mode gekauft wird, kann viel erreicht werden. Und das, ohne dein Budget zu überziehen oder beim persönlichen Style-Level Abstriche zu machen.

Film-Tipp 🎞

Wenn du einen genaueren Blick hinter die Kulissen der Modeindustrie werfen möchtest, empfehlen wir dir die Dokumentation „The True Cost“.

Welche Öko-Siegel für Textilien gibt es?

Möchtest du sicherstellen, nur Kleidung zu kaufen, die nachhaltig und/ oder fair ist, solltest du unbedingt auf sog. Gütesiegel achten. Modelabels bekommen für ihre Produkte dann ein Zertifikat, wenn sie sich an die entsprechenden Anforderungen des jeweiligen Siegels bzw. Standards halten. Diese Einhaltung wird regelmässig von den entsprechenden Organisationen, die hinter der Vergabe der Öko-Siegel stecken, überprüft.

Mittlerweile gibt es so viele Öko-Textilsiegel, dass kaum noch jemand den Durchblick hat. Klare Antworten gibt hier der Ratgeber „Textil-Siegel im Greenpeace-Check“ (PDF, zuletzt aktualisiert im April 2018).

Die strengsten und unabhängisten Siegel am Markt und von Greenpeace mit 3 Sternen ausgezeichnet sind:

Im mittleren Bereich mit jeweils 2 Sternen:
  • Der Blaue Engel
  • Bluesign
  • Cradle to Cradle
  • EU-Ecolabel
Und nur einen Stern bekommt:
  • Oeko-Tex Standard 100
Der Vollständigkeit halber seien noch folgende Zeichen und Initiativen erwähnt:
  • Der grüne Knopf
  • Global Recycle Standard (GRS)
  • Faitrade
  • Fair Wear Foundation (FWF)
Nachhaltige Mode - Baumwolle

Foto: © jdblack/pixabay

Nachhaltige Mode

Foto: © rottonara/pixabay

Wie kannst du dein eigenes Shopping-Verhalten nachhaltig gestalten?

Das  zunehmende Bewusstsein für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit sollte auch vor dem eigenen Shopping-Verhalten nicht halt machen. Billige Kleidung, die nach kurzem Tragen gleich wieder entsorgt wird, erzeugt nicht nur Tonnen von Müll, sondern führt zu einem stetigen Kreislauf der Überproduktion. Doch wie kannst du eine nachhaltigere Lebensweise in deinen Kleiderschrank integrieren? Hier sind unsere Tipps, wie du mit gutem Gewissen shoppen kannst.

1. Starte mit den Basics

Wer nachhaltig shoppen möchte, fängt am Besten bei den Garderobenklassikern wie T-Shirts, Pullis und Jeans an: sie sind besonders einfach zu finden und man trägt sie auch am häufigsten. Nachhaltige Basics findest du bei Fair-Fashion-Labels, von denen es mittlerweile immer mehr gibt – und selbst grosse Bekleidungsketten wie C&A oder H&M haben eigene Öko-Mode im Sortiment.

2. Stelle dich der „30 Wears“ Challenge

Wusstest du, dass ein T-Shirt im Durchschnitt nur viermal getragen wird, bevor es schon wieder entsorgt wird? Das muss nicht sein und die sog. „30 Wears“-Challenge hilft dir dabei, deine Kleidung bewusster einzukaufen. Stelle dir vor jedem Kauf eines Kleidungsstück die Frage, ob du es mindestens 30 Mal tragen wirst. Lautet deine Antwort „Nein“, dann lass lieber die Finger davon. 

 

3. Secondhand kaufen und verkaufen

Wer Secondhand einkauft, kauft nachhaltig! Logisch, denn was schon produziert wurde, verschwindet nicht einfach wieder. Als Faustregel gilt: je länger ein Kleidungsstück getragen wird, desto nachhaltiger wird es. Secondhand kaufen bzw. verkaufen spart damit Ressourcen und schont die Umwelt.

4. Setze auf Qualität statt Quantität

Anstatt immer wieder Billig-Shirts zu kaufen, die zudem oftmals nach ein paar Waschvorgängen jegliche Form verlieren, solltest du lieber einmal in ein teureres (und am besten fair hergestelltes) Qualitätsteil investieren, das dann aber auch lange hält und Freude macht. 

5. Gehe mit deiner Kleidung sorgfältig um

Ein sorgfältiger Umgang verlängert die Lebensdauer von Kleidungsstücken enorm – und schont zugleich unsere natürlichen Ressourcen. Gute Pflege fängt übrigens schon bei der richtigen Aufbewahrung im Kleiderschrank an. Aber auch das richtige und nicht zu häufige Waschen von Textilien spielt dabei eine wichtige Rolle. Generell gilt: Bei jedem Waschvorgang verliert ein Kleidungsstück an Qualiat und nutzt sich ab. Daher solltest du deine Kleidung ab und an lüften anstelle es zu waschen – das spart ausserdem Wasser und Waschmittel.

6. Leihe Kleidung für besondere Anlässe aus

Bei manchen Labels, z.B. bei „Dresscoded“, kannst du Kleidung ausleihen, anstatt sie zu kaufen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn du etwas Spezielles für einen besonderen Anlass (Hochzeit, Taufe, Gala, Volksfeste, …) suchst, also nur ein- oder zweimal tragen wirst. Auch Tauschparties mit Freunden können frischen Wind in den eigenen Kleiderschrank bringen – ohne dass du etwas Neues anschaffen musst.

7. Kenne deinen eigenen Stil

Trends kommen und gehen, aber Stil bleibt! Wer für sich selbst herausfindet, was zum eigenen Typ (und Körperbau) passt, verhindert nicht nur klassische (und somit sehr unnachhaltige) Fehlkäufe, sondern spart auch viel Geld!

Welche nachhaltigen Modelabels gibt es und wo kannst du sie kaufen? 🛍

Die ganze Fülle nachhaltiger Mode findest du im Web: in markeneigenen Angeboten und in Shops, die eine Auswahl diverser Modelabels bieten. In unserer Rubrik „Finde kleine Schätze“ haben wir für dich einige vertrauenswürdige Modeanbieter aufgelistet.

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